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N.O.W. ♦ 2016 Kunstpavillion Muenchen

On the outer walls of Kunstpavillion Munich, three works by young artist Paul Valentin were exhibited. They show the rise and fall of an obelisk, in three scenes, which are adjusted to the three cardinal directions north(N), east/ost(O) and west(W). In the NS-context of the building, its appearence is also refering to be a ideological column of domineering authority. The Stairs and Places around the Kunstpavillion, which is near to the munich Palais of justice, are an common meeting point for teenagers and homeless people. The Walls are over and over marked with messages. You can find anything from love confessions, murder threats and insults or philosofical nihilisms. All are pointing to an hard honesty. Paul Valentin extracted this writings and re-combined them in an translucent stancil. Through that stancil a far southern sun is shining onto the establishing of the monument, his reign and in the end onto his ruins.

Installation / Three panels, PVC on aluminium frame / 210 x 10 x 160 ( HxDxW )
Kunstpavillion München / July – October 2015
Images © Paul Valentin

An drei der Außenwände des Kunstpavillons befinden sich die Arbeiten des Künstlers Paul Valentin. Sie zeigen in drei, nach den Himmelsrichtungen Nord, West und Ost, ausgerichteten Szenarien, den Aufstieg und Fall eines Obelisken, der auch im Kontext des Gebäudes aus der Nazizeit als symbolische Säule für eine Ideologie der zentralistischen Macht stehen kann. Die Stufen und Plätze an den Arbeiten am Pavillon, der in dem am Justizplast angrenzenden alten botanischen Garten steht, sind stark frequentiert von Obdachlosen und Jugendlichen. Wände und Freiflächen sind mit Sprüchen und Botschaften übersät. Diese reichen von Liebesbekundungen über Morddrohungen und Beleidigungen bis hin zu philosophischen Nihilismen von roher Ehrlichkeit. Diese Schriftzüge extrahiert Valentin in der Arbeit „N O W“ zu einer transluzenten Schablone. Durch sie hindurch fällt das Licht einer fernen südlichen Sonne, durch sie wird der Obelisk an Seilen gezogen errichtet und sie wirft bis zuletzt einen Schatten auf das Monument und auf dessen Trümmer. Ganz bewusst legt der Künstler in jedem Bild eine große weiße Fläche an, ein horror vakui, das die Besucher des Parks dazu anregen soll, auf das Werk übergriffig zu werden, wie es auf dem Stück „West“ geschehen ist, das die Errichtung des Obelisken zeigt. Dort hat jemand die Buchstaben BRD auf die Schattenseite des Obelisken geschrieben. Das Werk fügt sich damit in eine selbsterschaffene Spalte der urbanen Kunst ein, benutzt sie und wird von ihr benutzt.